Geschichte

Der 31. Oktober 2017 ist ein symbolisches Datum. Der berühmte Anschlag in Wittenberg der 95 Thesen durch Martin Luther gegen den Ablass ist ein Symbol für alle Kirchen der Reformation. Niemand hat die Reformation «gemacht» oder willentlich ausgelöst: Sie ist die Frucht der Geschichte, des Zusammenwirkens verschiedener Akteure und politisch-religiöser Interessen der damaligen Zeit.

Die Reformation hat eine ganze Reihe von Veränderungen in Kirche, Staat und Gesellschaft ausgelöst. Die reformatorischen Ideen trafen auf weit verbreitete Ängste und auf eine Orientierungslosigkeit unter den Menschen. Sein «theologisches, kirchliches und seelsorgerliches Befreiungspotenzial» (Berndt Hamm) machte diesen «neuen Glaubens» derart überzeugend.

Was damals befreite, kann auch heute helfen. Angst und Orientierungslosigkeit gibt es heute wie früher. Die Frage ist, wie wir heute die Botschaft des Evangeliums formulieren, damit sie – immer noch, wieder – befreit.

 

Die Reformation in der Schweiz und in Basel

Auf Neujahr 1519 wird Huldrych Zwingli Prediger am Grossmünster in Zürich – der Anfang der Reformation in der Eidgenossenschaft. Gemäss dem Charakter der Eidgenossenschaft als Staatenbund ging die Reformation in der Schweiz jedoch von verschiedenen Zentren aus und wurde von verschiedenen Reformatoren angeregt. Weltgeschichtlich am bedeutendsten waren die Persönlichkeiten und die Lehren von Huldrych Zwingli (Zürich), Johannes Calvin (Genf) und Heinrich Bullinger (Zürich).

Bis zum Durchbruch der neuen Lehre in Basel, dank der drei Reformatoren Johannes Oekolampad (Theologe), Simon Grynäus (Rektor der Universität) und Jakob Meyer (Bürgermeister), dauert es aber bis 1529.

Während die lutherische Reformation in ihrem unmittelbaren Wirken auf Deutschland und Nordeuropa beschränkt blieb, wirkte die Schweizerische Reformation international über die Niederlande, Großbritannien und Ungarn bis in die USA.